
Bis ins 17. Jh. spielten in Europa Holztafeln als Bildträger eine große Rolle. Holztafeln wirken sehr stabil, sind aber aufgrund unsachgemäßer Lagerung, Wurmbefall, Einwirkungen von Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit und damit verbundener Fäulnis, Quellen und Schwinden des Holzes für jeden Restaurator eine große Herausforderung. Holztafeln reißen, springen, verformen sich, Verleimungen brechen auf, und diese Schäden übertragen sich auf die Malschicht. Die Restauriermethoden werden dauernd verbessert und neue entwickelt. Hierbei bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Denkmalpflege und Restaurierung. 
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Tafelbild vom Flügelaltar Nafen
links: vor der Restaurierung
Mitte: nach der Restaurierung
rechts: Reinigungsprobe |
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Seit etwa der Mitte des 14. JH. hat sich der textile Bildträger immer mehr durchgesetzt. Im Rahmen des Alterungsprozesses ändern sich die Materialien und verlieren an Festigkeit und Elastizität. Leinwände mit Rissen oder Löchern sind für uns Restauratoren ebenso Herausforderung wie abblätternde Malschichten, Schüsselbildungen, stark vergilbte Firnrisse und/oder ältere, nicht fachkundige Restaurierungen. Durch eine fachgerechte Konservierung werden Ölgemälde nicht nur in ihrer Substanz und ihrem Wert erhalten, sondern zeigen sich nach der Restaurierung wieder nahezu in ihrer originalen Farbigkeit. 

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Altarbild Kirche Kaltern: vor und nach der Restaurierung
rechts: Detail Röntgenaufnahme, Kittstellen früherer Restaurierung sind deutlich sichtbar |
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Das Altarbild wurde 1745 von Johann Michael Strickner in Innsbruck gemalt. Es wurde im 1. Weltkrieg, als die Kirche als Feldschmiede fungierte, durch Funkenflug teilweise zerstört.
Im Zuge der Arbeiten finden wir Indizien, die darauf hinweisen, dass es sich um eine ähnliche Darstellung wie jene auf dem Altarbild von Mühlau/Innsbruck handelt. Es wurde die Entscheidung getroffen, die fehlenden Teile vom Altarbild von Mühlau zu kopieren. 

Arbeitsschritte der obigen Bilder: Die eingefügten Fragmente wurden mit der neuen Leinwand auf eine Trägerleinwand dupliert. Die Retusche der Fragmente erfolgte mit Ölfarbe al tratteggio. Die Vorzeichnung der fehlenden Teile erfolgte mit einem weißen Kreidestift. Das Altarbild nach der Restaurierung. 

Vor der Restaurierung: zwei Freilegungsproben oben links und rechts Nach der Freilegung Nach dem Einfügen in die neue Leinwand und nach der Retusche 
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